Bittere Pleite

Am Ende sangen wieder die Fans in Grün. Der SC Rist Wedel hat das Nordderby in der BARMER 2. Basketball Bundesliga gewonnen. Die Itzehoe Eagles unterlagen dem Landesrivalen mit 85:93 (25:26, 22:19, 20:23, 18:25).

93 Punkte für den Gast, das sagt schon viel aus. „Unsere Verteidigung hat das Spiel für Wedel entschieden“, sagte Eagles-Coach Patrick Elzie. In den vergangenen Partien war die Defensive der Itzehoer immer besser geworden, doch im Derby war davon nicht viel zu sehen. Elzie stellte fest, was jeder in der Halle – teils aufstöhnend – während der 40 Minuten hatte sehen können: Die Offensivrebounds für Wedel waren der entscheidende Faktor. 22 Rebounds unter dem Eagles-Korb nannte Elzie „rekordverdächtig“, gefühlt waren es noch viel mehr. Logische Folge: Die Gäste durften 71 Mal auf den Korb werfen, die Itzehoer nur 56 Mal, wozu auch ihre 21 Ballverluste beitrugen.

Von Beginn an schien den Gastgebern eine Schippe Energie zu fehlen. Temporeich ging es hin und her, und zunächst führten die Eagles auch, weil Wedel wenig traf. Nach Ballverlusten der Eagles gingen die Gäste in Führung, bevor Chaed Wellian in seiner bisher besten Partie für die Itzehoer noch ein Highlight setzte: Einen vergebenen Freiwurf von Lars Kröger tippte er eine Sekunde vor Viertelende in den Korb.

Der zweite Abschnitt begann mit einem großen Problem für die Eagles: Chris Hooper kassierte bereits sein drittes Foul. Insgesamt durfte der Amerikaner nur zehn Minuten spielen, in zwei weiteren Kurzeinsätzen kassierte er die letzten beiden Fouls und kam nie in die Partie. In Foulprobleme gerieten bald darauf allerdings auch die langen Spieler aus Wedel, zudem hatte der Gast seine Schwierigkeiten mit der Zonenverteidigung der Eagles. Aber auf die Offensivrebounds konnten sich die Rister verlassen, so stand es zur Halbzeit nur 47:45 für die Itzehoer.

Auch das dritte Viertel verlief aus Eagles-Sicht mühsam, erst gegen Ende kamen sie durch Freiwürfe und den starken Marko Boksic zu einer leichten Führung: 66:62, noch gut eine Minute. Mit zwei Dreiern drehte Wedel die Partie aber noch vor der letzten Pause – endgültig, wie sich zeigen sollte. Denn in den letzten zehn Minuten fielen die Eagles einige Punkte zurück, das war an diesem Tag schon zu viel. Bis auf 75:77 kamen sie noch einmal heran, es folgten ein Ballverlust und ein Fehlwurf. Die Gäste punkteten, den Itzehoern lief die Zeit weg. Das Wunder, das sie gebraucht hätten, blieb aus.

Erst in der Schlussphase wurde das Ergebnis klarer in einem Derby, das lange eng war mit 57 Fouls, 16 Führungswechseln und acht Mal Gleichstand. Jalen Ross (27) und Justus Hollatz (24) führten die Gäste, die sich den Sieg mit mehr Energie verdienten. „Wir konnten mit der Athletik und Schnelligkeit beim Rebound nicht mithalten“, sagte ein ebenso ratloser wie genervter Pat Elzie. Nach oben wollte er mit seiner Mannschaft schauen, nun lautet die beste Nachricht: Trotz der Niederlage rangieren die Itzehoer auf Platz sieben. Kommenden Sonnabend geht es zum schweren Auswärtsspiel bei den punktgleichen Iserlohn Kangaroos.

Eagles: Marko Boksic (24), Chaed Wellian (16, 4 Dreier, 11 Rebounds), Flavio Stückemann (14, 2 Dreier), Stefan Schmidt (12), Thorben Haake (11, 1 Dreier), Lars Kröger (3), Johannes Konradt (3), Chris Hooper (2), Alieu Ceesay, Niko Tsokos, Joachim Feimann, Ole Friedrichs.

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