"Noch härter arbeiten"

Milen Zahariev begann im Alter von acht Jahren mit dem Basketball spielen in seiner Heimat Bulgarien. In der Saisonpause arbeitete er an seiner Fitness, vor den Spielen trinkt er gern Kaffee und hört Musik. Hinterher telefoniert er viel mit der Familie und trifft sich mit seinen Mitspielern. Der 26-Jährige interessiert sich neben Basketball für Fußball und verbringt seine Urlaube am liebsten in Griechenland. Der Shooting Guard strebt immer an, in seiner Liga auch Champion zu werden. Mit ihm sprach Michael Bansemer

Milen, die 100:76 Niederlage war doch recht deutlich im ersten Playoff-Spiel in Gießen. Ihr hattet euch viel vorgenommen. Wie groß ist die Enttäuschung?

Die Enttäuschung ist nicht allzu groß, denn man erkennt sofort, was in diesem Spiel den Unterschied ausmachte, und das waren die Drei-Punkte-Würfe. Es ist sehr schwer, ein Team zu schlagen bei einer Quote von 55 Prozent jenseits der Linie. Wir sind immer noch hochmotiviert für das Rückspiel, und wenn wir das gewinnen, kann in einem dritten Spiel alles passieren.

Der Weg in die Playoffs führte in den letzten Wochen über eine gute Defense. Was hat in Gießen in der Verteidigung nicht funktioniert?

Wir haben uns zu Beginn des Spiels eigentlich in der Verteidigung sehr gut bewegt und kaum einfache Punkte zugelassen. Im zweiten Viertel hat Gießen es dann von außen probiert und wirklich gut getroffen. Einige Dreier fielen auch gegen gute Verteidigung, da muss man auch akzeptieren, dass sie an diesem Tag sehr gut waren.

Was muss sich im Rückspiel ändern, um ein drittes Spiel zu erreichen?

Wir müssen in der Verteidigung noch härter arbeiten und es Gießen schwerer machen zu punkten. Wenn wir dann noch mehr unser Spiel spielen und uns nicht zu sehr beeinflussen lassen, was der Gegner macht, dann haben wir durchaus gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden.

Du bist erst während der laufenden Saison zu den Eagles gestoßen. Wie schnell konntest du dich ins Team integrieren?

Die ersten zwei Wochen waren schon sehr hart für mich. Bis ich alle Spielsysteme in meinem Kopf hatte, verging schon ungefähr ein Monat. Danach wurde es besser, und meine Teamkollegen halfen mir dabei. Das Verständnis wurde immer besser, dabei spielte natürlich auch Coach Pat eine große Rolle. Er gab mir die nötige Rückendeckung und den Halt, den man in so einer Situation braucht, um sich möglichst schnell ins Team zu integrieren. Das hat auf jeden Fall gut funktioniert.

War es für dich der richtige Schritt, in die ProB zu wechseln?

Auf jeden Fall war es der richtige Schritt für mich, denn ich möchte als Basketballer immer auf das nächsthöhere Level kommen. Ich kam nach Deutschland und spielte ja zunächst in der 1. Regionalliga, dann kam die Chance, in der ProB zu spielen, die habe ich natürlich genutzt und bin sehr dankbar, dass ich sie bekommen habe. Damit komme ich meinem Ziel wieder ein Schritt näher.  

Nach anfänglichen Problemen hast du mittlerweile gute Statistiken erreicht, punktest genauso gut wie in der Regionalliga. Wie groß ist der Leistungsunterschied der beiden Ligen?

Wie schon gesagt, fühle ich mich mittlerweile sehr wohl im Team und auch in der Liga. Die Unterschiede liegen natürlich in der Qualität und in der Professionalität. In der ProB ist alles schon sehr gut strukturiert und organisiert. Der Basketball an sich ist physischer und schneller. Man trainiert auch nicht dreimal in der Woche, sondern zweimal täglich. Das macht dann schon eine Menge aus, was die eigene Weiterentwicklung angeht.

Die Saison nähert sich dem Ende. Wie sehen deine weiteren Pläne aus?

Für die nächste Saison habe ich noch keine Pläne. Im Moment konzentriere ich mich darauf, die Saison bestmöglich zu beenden. Danach mache ich mir dann Gedanken über die nächste Spielzeit. Man wird dann sehen, was kommt. Bis dahin fahre ich erstmal in die Heimat, um dort mein Studium zum Basketballlehrer fortzusetzen.

Am Samstag findet in der Lehmwohldhalle das Rückspiel statt. Wird es ein komplett anderes Spiel werden?

Auf jeden Fall wird es ein komplett anderes Spiel sein. Ein großer Unterschied wird sein, dass wir vor unserem eigenen Publikum spielen. Das wird uns eine große Hilfe sein. Ich finde, wir sind ein sehr gutes Team und haben die große Chance, vor unseren Fans ein besseres Spiel zu zeigen als noch vor ein paar Tagen in Gießen. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dieses Spiel zu gewinnen, und dann ist alles möglich.

Noch ein Wort zu Fans!

Meine wichtigste Botschaft an die Fans ist, dass sie in die Halle kommen mögen, um uns zu unterstützen. In meiner Regionalligazeit waren die Fans oft sehr zurückhaltend und ruhig, wie in einer Oper. Das ist in Itzehoe ganz anders und als Spieler ein tolles Gefühl, vor so einer lauten Kulisse zu spielen, die dich - egal, wie es steht - nach vorne puscht. Die Eagles haben auf jeden Fall die besten Fans, vor denen ich bis jetzt gespielt habe.

                          Vielen Dank, Milen, und viel Erfolg am Samstag!

Let's fly, Eagles!!

 

 

 

 

 

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