Unverdient verloren

Sport kann sehr ungerecht sein. Das haben die Itzehoe Eagles im Derby der BARMER 2. Basketball Bundesliga auf bittere Art erfahren müssen. Beim SC Rist Wedel gaben sie den Sieg aus der Hand und verloren in der Verlängerung mit 70:82 (14:11, 18:20, 17:16, 17:19, 4:16). Damit fällt die Entscheidung über die Playoff-Teilnahme am letzten Spieltag: Kommenden Sonnabend erwarten die Itzehoer am Lehmwohl die Dresden Titans.

Eagles-Coach Patrick Elzie verstand die Welt nicht mehr: „Die Jungs haben gekämpft wie die Löwen, aber in der Offensive waren wir einfach nicht gut genug, um das Spiel zu gewinnen.“ Von der ersten Sekunde an verteidigten die Gäste leidenschaftlich, lautstark angefeuert von einer großen Fanschar aus Itzehoe, die fast für Heimspiel-Atmosphäre sorgte. Alle Partien zu Hause hatten die Wedeler bisher in der Saison gewonnen und dabei oft reichlich gepunktet. Nicht an diesem Tag: Die Eagles ließen nur wenige gute Würfe zu, das einzige Problem in der Verteidigung war in der ersten Hälfte der Rebound, der zu oft beim Gegner landete. Im Angriff machten die Itzehoer allerdings zu wenig aus ihrer guten Verteidigung.

Auch die Gastgeber warfen alles ins Spiel, so bekamen die Zuschauer eine sehr intensive Partie geboten, in der sich Fehler mit herausragenden Aktionen abwechselten. Aufreger kurz vor der Halbzeitpause: Erik Nyberg bekam einen Ellenbogen des Gegenspielers ins Gesicht und musste blutend in die Kabine. Zum Wechsel führten die Eagles mit 32:31.

Im dritten Viertel ging es hin und her, immer wieder wechselte die Führung. Die Partie wurde zerfahrener, Punkte gab es eine Weile nur noch von der Freiwurflinie. Erneut hatten die Itzehoer leichte Vorteile, konnten den knappen Vorsprung aber nicht ausbauen. Ein Grund dafür: Von der Drei-Punkte-Linie ging nichts an diesem Tag, nur einer der 20 Versuche fand sein Ziel.

Aber die Eagles hatten Kevin Mickle. Im vierten Viertel drehte der zuvor schon starke Amerikaner auf und führte sein Team zwei Mal zu einer etwas deutlicheren Führung (56:47 und 61:53). Doch Wedel kämpfte sich zurück und glich aus zum 63:63. Flavio Stückemann erzielte das 65:63, kurz darauf stand er an der Freiwurflinie, und es geschah Ungewöhnliches: Er vergab zwei Mal. Wedel traf neun Sekunden vor Schluss einen Freiwurf, direkt danach ging wieder Stückemann an die Linie. Der erste saß, der zweite auch – dachten alle. Dann ungläubige Blicke bei den Eagles: Die Schiedsrichter annullierten den zweiten Treffer wegen einer übertretenen Linie. Wedel hatte die letzte Chance und nutzte sie: Ausgleich zum 66:66 zwei Sekunden vor Schluss. Die fällige Verlängerung ist schnell erzählt: Bei den Eagles funktionierte nichts mehr, Wedel spielte sich frei und traf nun fast alles.

„Super ärgerlich“, kommentierte Elzie die Niederlage. „Eigentlich hätten wir das Spiel in der regulären Zeit gewinnen müssen.“ Noch sind die Eagles als Achter in den Playoffs, und die Ausgangslage vor dem Spiel gegen Dresden ist klar: Ein Sieg muss her. Tickets gibt es im Büro Jens Köhler (Itzehoer Versicherungen) in der Alten Landstraße 36, in der Central-Apotheke im Oelmühlengang, im Reformhaus Schulze in der oberen Feldschmiede und auf www.ticketflair.de.

Eagles: Kevin Mickle (28, 7 Rebounds), Milen Zahariev (16, 11 Rebounds), Flavio Stückemann (8), Stefan Schmidt (7, 3 Ballgewinne), Justinas Zirlys (3), Thorben Haake (3, 1 Dreier), Lars Kröger (2), Erik Nyberg (2), Lucas Wilke, Tim Lang, Fabio Galiano, Joachim Feimann.

 

 

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