"Knoten muss platzen"

„Man kann gegen Schalke verlieren, muss man aber nicht. Man kann gegen Wolfenbüttel verlieren, muss man aber nicht.“ Das stellt Eagles-Coach Pat Elzie ganz nüchtern fest. Doch beide Male ist es den Itzehoe Eagles passiert, noch sind sie punktlos in dieser Saison der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Deshalb sagt Elzie: „Dieses Wochenende muss der Knoten platzen.“ Im heimischen Sportzentrum am Lehmwohld erwarten die Eagles Sonnabend um 19.30 Uhr den RSV Eintracht Stahnsdorf.

Druck? Den spürt Elzie trotz der beiden Auftaktniederlagen nicht. „Der einzige Druck ist der, den wir uns selbst machen.“ Mit jedem verlorenen Spiel wachse der Druck natürlich – „aber ich gehe nicht davon aus, dass wir das Spiel verlieren“. Entscheidend sei es, sehr druckvoll zu spielen und auch den Größenvorteil besser auszunutzen als in den Partien zuvor.

An Stahnsdorf haben die Itzehoer gute Erinnerungen, in den vergangenen Jahren gab es viele Siege gegen diesen Gegner. Elzie und ein Teil des Teams schauten sich die Eintracht am vergangenen Wochenende in Wedel an. Es setzte eine klare Niederlage für das Team vom Berliner Rand, doch der Itzehoer Coach gibt darauf nichts: „Wir dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es ist eine komplett andere Mannschaft als letztes Jahr.“ Da waren die Stahnsdorf sportlich abgestiegen, hielten aber durch eine Entscheidung am grünen Tisch die Klasse. Wenige Spieler blieben übrig wie Josh Smith, der Mann am Brett mit markanter Frisur. Aufbauspieler Michael Holton zeigte bereits gute Leistungen, auch starke deutsche Akteure kamen hinzu. „Trotzdem erwarte ich, dass wir das Spiel gewinnen“, sagt Elzie.

Er musste im Trainingsbetrieb unter der Woche teils auf Spieler verzichten, die sich auf Prüfungen vorbereiten. Doch bis auf den verletzten Daniel Boahene sind alle fit, und es sei zu sehen, dass das Team weiter zusammenwachse. An den Kleinigkeiten gelte es weiter zu arbeiten, am Ende sollen gegen Stahnsdorf die Punkte in Itzehoe bleiben: „Es ist Zeit für den ersten Sieg.“

Tickets gibt es bei Vision in der oberen Feldschmiede in Itzehoe, im Büro Jens Köhler (Itzehoer Versicherungen) am Marienburger Platz sowie online auf www.ticketflair.de. Einlass ab 18 Uhr.

 

 

"Mein Bestes geben"

Fabio Galiano (20) kommt aus der Nähe von Bremerhaven, hat die angolanische Staatsbürgerschaft und spielte früher erst Fußball. Als er die Möglichkeit bekam, in der JBBL aufzulaufen, sah er seine Chance im Basketball. In der Sommerpause besuchte er die Familie und trainierte im Kraftraum. Er lacht viel und gerne, und auf dem Feld sieht er seine Stärke in der Defensive sowie im Rebounden wie sein Idol Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks. Sein größter Erfolg war der Aufstieg in die 2. Regionalliga mit der Eagles-Reserve. Er hofft, weiterhin gesund zu blieben und mit den Eagles sowie der Unterstützung der Fans in die Play-Offs zu kommen.

Fabio, den Saisonstart habt ihr euch bestimmt anders vorgestellt?

Auf jeden Fall. Es ist schwierig, sich als Team zusammenzufinden, wenn einige Spieler erst spät dazustoßen. Wir müssen es jetzt schnellstens tun, denn die Spieler, um Spiele zu gewinnen, haben wir.

Wie groß ist jetzt der Druck, das nächste Spiel gewinnen zu müssen, um einen Fehlstart zu verhindern?

Der Druck ist schon hoch, denn wir wollten von Anfang an Spiele gewinnen. Wir wollten in jedem Spiel Gas geben, doch das haben wir noch nicht bewiesen. Das wird sich im nächsten Spiel auf jeden Fall ändern. Es kann viel passieren, doch ich bin mir sicher, dass es diesmal klappt.

Im ersten Spiel waren die Rebounds ein Grund für die Niederlage. Das habt ihr gegen Wolfenbüttel schon abgestellt. Woran lag es diesmal?

Wir haben Anweisungen von Pat, die vorher besprochen wurden, einfach nicht umgesetzt. Da waren wir nicht wach genug. Als Team haben wir kurz vor Beginn der Partie noch abgesprochen, ordentlich zu rebounden. Das hat auch gut geklappt, jedoch haben wir einfache Punkte sowie die wichtigen Freiwürfe nicht getroffen. Da waren wir nicht konsequent genug. Wolfenbüttel hingegen hatte einen sehr guten Tag erwischt.

Du warst am Sonntag auch in der zweiten Mannschaft im Einsatz. Wie hoch ist diese Doppelbelastung für dich?

Ich finde es sehr gut, denn ich kann als junger Mensch eine Menge Spielpraxis sammeln, und als Führungsspieler in der zweiten Mannschaft kann ich Erfahrungen, die ich in der 1. Mannschaft mache, direkt weitergeben. Manchmal braucht man natürlich auch Regenerationspausen, aber wenn man Basketballprofi sein möchte, dann gehört es dazu.

Wie entstand für Dich der Kontakt nach Itzehoe?

Durch Bernardo Velarde kam der Kontakt zustande. Ich spielte unter ihm in der NBBL bei den Sharks in Hamburg. Nach der Saison hatte Bernardo Kontakt zu Stefan Flocken, und alles Weitere ergab sich dann.

Du bist einer von neun Spielern, die von der neuen Local Player-Regel profitieren. Bist du froh über diese neue Regel?

Darüber bin ich sehr glücklich, denn dadurch kann ich jetzt mehr Spielpraxis sammeln. Wenn man Profi werden will, sind Einsatzzeiten in einer Bundesligamannschaft schon ein wichtiger Schritt. Als junger Ausländer war es vorher sehr schwierig, da man eher der Back-up für meistens erfahrene Amerikaner war. Jetzt werde ich mein Bestes geben, um zu zeigen, dass ich mehr als nur ein Ersatz sein kann.

Was ändert sich jetzt für dich?

Die letzte Saison war schon schwer, denn es war teilweise fast demotivierend, weil du das Gefühl hattest, dein Einsatz im Training wird eben nicht mit Spielanteilen belohnt. Da kommen schon Gedanken hoch, dass es umsonst war. Aber wenn man immer weitermacht und hart arbeitet, wird man am Ende doch belohnt, wie man sieht.

Deine Einsatzzeiten haben sich schon deutlich erhöht gegenüber voriger Saison. Wo siehst du bei dir noch das größte Potenzial?

Eigentlich überall, und damit meine ich nicht die Positionen. Im Dribbling, sowie bei den Rebounds will ich mich steigern. Aber auch besonders wichtig ist die Kommunikation untereinander auf dem Spielfeld.

Am Wochenende kommt mit Stahnsdorf der Lieblingsgegner der Eagles (9 Siege/1 Niederlage) in die Lehmwohldhalle. Nach ihrem Auftakterfolg kassierten sie eine empfindliche Niederlage in Wedel. Worauf müsst ihr euch einstellen?

Wir müssen auf den neuen Amerikaner Holton achten, sowie auf den Big Man Smith. Der ist in meinen Augen stärker geworden. Wir werden sie auch nicht unterschätzen, denn die werden hungrig sein auf uns, gerade wegen des verlorenen Heimspiels in den Play Downs.

Noch ein Wort an die Fans!

Ich muss es einfach sagen, wie es ist. Ihr seid geil, echt geil. Ihr seid treue Fans, und auch wenn wir im ersten Spiel noch nicht das gezeigt haben, was ihr von uns erwartet, werden wir versuchen, alles dafür zu tun, um für euch und mit euch die Play-Offs zu erreichen. Danke!

Vielen Dank, Fabio, und viel Erfolg nächstes Wochenende!

Let's fly, Eagles!!

Niederlage in Wolfenbüttel

Der Saisonstart in der 2. Basketball-Bundesliga ProB ist den Itzehoe Eagles gründlich missglückt. Nach der Heimniederlage gegen Schalke ging auch das erste Auswärtsspiel bei den Herzögen Wolfenbüttel verloren: 73:86 (14:18, 16:18, 21:28, 22:22).

Eine Parallele zum Schalke-Spiel: Wieder gerieten die Eagles sofort ins Hintertreffen und führten während der gesamten Partie kein einziges Mal. Die Mannschaft habe schwer ins Spiel gefunden, sagte Eagles-Coach Pat Elzie, konnte aber auch einen wesentlichen Fortschritt erkennen: „Unser Einsatz stimmte dieses Mal.“ Zu Beginn wurden Würfe gut herausgespielt, fanden aber nicht den Weg in den Korb. Auch beim Gegner klappte gegen die Eagles-Defensive längst nicht alles, so habe sich das Team stabilisiert und zum 12:12 ausgeglichen, sagte Elzie. Die Führung war möglich, wurde aber durch diverse Fahrkarten von der Freiwurflinie vergeben. Der Rest der ersten Halbzeit verlief ausgeglichen, Wolfenbüttel führte leicht, die Eagles blieben dran bis zum 30:36 nach 20 Minuten.

Nach dem Wechsel setzten sich die Gastgeber langsam, aber stetig ab, der Vorsprung wurde zweistellig. Die Eagles kämpften, Nick Tienarend per Dreier drückte den Rückstand wieder auf 43:50 (26. Minute). Doch Wolfenbüttel antwortete sofort ebenfalls per Dreier und hatte auch danach stets einen Konter parat. 48 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld trafen die Herzöge, die Itzehoer kamen auf 39 Prozent. Nur elf Mal versuchten es die Gäste von der Drei-Punkte-Linie, davon saßen nur zwei Würfe. Auch von der Freiwurflinie war Wolfenbüttel deutlich besser. „Uns fehlt zur Zeit, aus welchem Grund auch immer, das Selbstvertrauen beim Wurf“, sagte Elzie. Das hätten die beiden Spiele gezeigt, „das müssen wir verbessern“. Auch im taktischen Bereich gelte es nachzulegen.

Mit 64:51 für die Herzöge ging es in das letzte Viertel. Es hätte eine sehr starke Aufholjagd der Eagles gebraucht, doch das bessere Team an diesem Tag war eindeutig Wolfenbüttel. Unter zehn Punkte fiel der Vorsprung nicht mehr, auf Eagles-Seite sorgte Josh Wilcher mit einem starken Schlussviertel dafür, dass der Erfolg der Gastgeber nicht zu hoch ausfiel.

Nach dem schlechten Start stehen für die Eagles jetzt zwei Heimspiele an: Am kommenden Sonnabend gegen Stahnsdorf, eine Woche darauf gegen Oldenburg. Tickets gibt es im Vorverkauf bei Vision in der oberen Feldschmiede, im Büro Jens Köhler (Itzehoer Versicherungen) am Marienburger Platz sowie online auf www.eagles-basketball.de

Eagles: Josh Wilcher (27, 1 Dreier), Nelson Kahler (13, 7 Rebounds, 3 Steals), Kaimyn Pruitt (12, 9 Rebounds, 2 Blocks, 2 Steals), Frederik Henningsen (6), Johannes Konradt (5), Lars Kröger (5), Nick Tienarend (3, 1 Dreier), Fabio Galiano (2), Erik Nyberg, Joachim Feimann.

 

 

 

Eagles fahren nach Wolfenbüttel

Kapitel zwei in der neuen Saison der 2. Basketball-Bundesliga ProB: Für die Itzehoe Eagles geht es am Sonnabend zu den Herzögen Wolfenbüttel. Spielbeginn ist um 15.30 Uhr.

Eine ungewöhnliche Zeit – vollständig glücklich ist Eagles-Coach Pat Elzie darüber nicht, sagt aber auch: „Damit müssen wir umgehen können.“ Auch zur Kaffeezeit ist ein harter Kampf zu erwarten, denn die Herzöge wollen den Saisonstart nicht verpatzen. Zum Auftakt beim RSV Eintracht Stahnsdorf kämpften sie sich zwar nach hohem Rückstand zurück, verloren dann aber doch in der Verlängerung.

Auch die Eagles haben etwas gutzumachen nach der Heimniederlage zum Auftakt gegen Schalke. „Uns haben Leidenschaft und Intensität gefehlt“, sagt Elzie. „Daraus haben die Jungs ganz sicher gelernt.“ Für den Gegner, der mit dem Erstligisten aus Braunschweig kooperiert, hat der Eagles-Coach viele lobende Worte übrig: Es sei eine Mannschaft mit sehr viel Talent, nicht umsonst gehörten diverse Akteure der Nachwuchs-Nationalmannschaft an. Mit Demetrius Ward habe das Team einen erfahrenen Anführer, und auch der amerikanische Neuzugang Tarique Thomson lieferte mit 25 Punkten und 14 Rebounds in Stahnsdorf eine starke Partie ab. „Wir müssen uns natürlich steigern gegenüber dem Schalke-Spiel“, sagt Elzie. „In den vergangenen Jahren haben wir in Wolfenbüttel gewonnen – aber das zählt jetzt nichts mehr.“

 

 

 

 

Gar kein richtiger Abschied

„Ihr werdet mich weiterhin sehen, deswegen fühlt es sich für mich gar nicht wie ein Abschied an.“ Das war die gute Nachricht von Flavio Stückemann für die Eagles-Fans. Doch im Eagles-Trikot werden die Fans den Guard nicht mehr sehen. Deshalb wurde er vor dem ersten Saisonspiel gegen Schalke vom Eagles-Vorsitzenden Volker Hambrock verabschiedet.

Eine verdiente Ehrung nach mehr als einem Jahrzehnt als Profi-Basketballer, davon viele Jahre in der ersten Liga, unter anderem mit Eagles-Coach Pat Elzie zusammen bei Rasta Vechta. Zwei Jahre spielte Stückemann bei den Eagles, und in dieser Zeit habe er großen Anteil daran gehabt, dass die Eagles einmal die Playoffs erreichten und danach ohne Probleme die Klasse hielten, so Hambrock. Stückemann sei ein imponierender Spieler, habe aber auch rechtzeitig angefangen, an die Zeit nach dem Basketball zu denken. Gemeint waren die Firmen FS-Teamwork sowie als neueste Gründung die Benefactions GmbH. Zusammen mit Solvej und M??? aus dem Mädchenteam der Eagles übergab Hambrock eine Bildercollage sowie ein Porträt von Stückemann, gezeichnet von der Itzehoer Künstlerin Marion von Oppeln.

„Es fühlt sich an wie Familie“, sagte Stückemann anschließend und machte klar, dass für ihn die Zeit zum Abschied gekommen war – er habe schlicht nicht mehr die Zeit für Profi-Basketball. „Ich vermisse es kein bisschen, wenn ich sehe, was die Jungs alles leisten“, fügte der 32-Jährige hinzu. „Großen Respekt!“ Allzu wehmütig musste die Stimmung nicht werden: Als sportlicher Leiter der Eagles Basketball Academy hat Stückemann weiter engen Kontakt zum Verein.