Wichtiger Sieg zum Auftakt

Was für ein Kampf zum Saisonauftakt! Und gleich ein wichtiger Sieg für die Itzehoe Eagles in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Gegen die VfL AstroStars Bochum gewann das Team von Pat Elzie mit 87:83 (25:19, 22:24, 18:25, 22:15).

Den besseren Start erwischten die Eagles, Gästetrainer Kai Schulze sprach später von einem „verschlafenen ersten Viertel“ seines Teams. Lars Kröger erzielte von der Freiwurflinie den ersten Punkt der Saison, Darren Galloway und Frederik Henningsen legten Dreier nach. Die Trefferquote der Eagles war mit knapp 50 Prozent an diesem Tag gut, und das brauchten sie, denn der Gegner war ihnen auch in diesem Bereich ebenbürtig. Die Bochumer zeigten, warum sie in der Vorsaison Dritter geworden waren und kamen schnell ins Spiel. Doch die Eagles behielten das Heft in der Hand, in der Schlusssekunde des ersten Viertels traf der schön freigespielte Johannes Konradt zum 25:19.

Im zweiten Abschnitt agierten die Gastgeber zunächst überlegen. Nach Pass von Nick Tienarend punktete der starke Lars Kröger per Dunk zum 35:26, kurz darauf schraubte Tienarend mit zwei Freiwürfen den Vorsprung auf 37:26 (14. Minute). Zum selben Zeitpunkt wurden die Bochumer geschwächt: Leistungsträger Ryon Howard verletzte sich und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Dennoch erwischten die Gäste jetzt eine gute Phase,während die Itzehoer offensiv und defensiv nachließen. Plötzlich stand es 37:37, doch die Eagles zeigten ihre größte Qualität an diesem Abend: Sie fanden immer eine Antwort. Flavio Stückemann punktete, kurz darauf erkämpfte sich Mubarak Salami einen Offensivrebound, Henningsen bedankte sich mit einem Dreier zum 47:43-Halbzeitstand.

Auch im dritten Viertel hatten die Gastgeber zunächst Vorteile (54:46, 24. Minute). Doch die Bochumer Verteidigung legte zu, bei den Eagles häuften sich wieder die Fehler. Gute Aktionen gab es, aber zu selten: Vor dem letzten Abschnitt führten die AstroStars mit 68:65 und vergrößerten den Vorsprung sogleich auf sechs Punkte. Die Eagles bewahrten die Ruhe, gestützt auf zwei Dreier von Flavio Stückemann. Lars Kröger holte nach Tienarend-Pass die Führung zurück, in Rückstand gerieten die Itzehoer nicht mehr. Doch es blieb umkämpft und spannend, erst in den letzten beiden Minuten brachten Henningsen und Galloway ihr Team mit den Punkten zum 84:79 auf die Siegerstraße. „Uns ist am Ende ein bisschen die Kraft ausgegangen“, sagte Bochum-Coach Schulze. Die Dreier der Gäste verfehlten ihr Ziel, von der Freiwurflinie machten die Eagles den Sieg perfekt.

„Sehr erleichtert“ war darüber Coach Pat Elzie, der sich bei den Fans in der wie immer vollen Halle mit dem neuen Fan-Club Eagles Crew an der Spitze bedankte. Auch wegen der eigenen Nachlässigkeiten sei es eine „schwere Geburt“ gewesen, und es habe sich gezeigt, dass es eine harte Saison werde. „Ich hoffe, dass wir uns von Spiel zu Spiel steigern können“, sagte der Trainer. Kommenden Sonnabend treten die Eagles auswärts an bei den Herzögen Wolfenbüttel.

Eagles: Frederik Henningsen (20, 3 Dreier), Darren Galloway (17, 2 Dreier), Flavio Stückemann (14, 3 Dreier, 7 Assists), Kaimyn Pruitt (12, 8 Rebounds), Lars Kröger (11, 9 Rebounds), Nick Tienarend (7), Johannes Konradt (4), Mubarak Salami (2), Stephan Shepherd, Kosta Karamatskos, Yngve Jentz, Mayika Lungongo.

Mit Klasse-Verteidigung zum Auswärtssieg

Eddy the Eagle. So heißt das Maskottchen des RSV Eintracht Stahnsdorf, das hoffnungsfroh in den Halloween-Abend startete. Doch seine Artgenossen aus Itzehoe bescherten ihm ein gruseliges Erlebnis in der 2. Basketball-Bundesliga ProB: Die Itzehoe Eagles dominierten am Berliner Rand und gewannen verdient mit 63:47 (15:4, 14:10, 27:11, 7:22).

Eagles-Coach Pat Elzie brachte den Schlüssel für den ersten Auswärtssieg auf den Punkt: „Wir haben viel an unserer Defensive gearbeitet, das hat sich ausgezahlt.“ Und auch Jan Sauerbrey, Trainer der Gastgeber, analysierte zutreffend: Die Gäste seien viel hungriger ins Spiel gegangen, sein Team sei nicht bereit gewesen, den Kampf anzunehmen. Von Beginn an waren die Eagles in der Verteidigung präsent, gaben ihren Gegenspielern über das gesamte Feld kaum Raum und bauten spätestens unter dem eigenen Korb das auf, was Sauerbrey später als „Wand“ bezeichnete. Stahnsdorf kam fast nur zu schwierigen Würfen, die ihr Ziel nicht fanden, auch die Versuche, den Korberfolg zu erzwingen, scheiterten.

So ließen die Eagles im ersten Viertel ganze vier Punkte zu, bis zur Halbzeit waren es nur 14. Eine herausragende Verteidigungsleistung, aus der die Itzehoer in der Offensive aber zu wenig machten. „Es war nicht alles rosig, was wir gespielt haben“, sagte Elzie. Viele Chancen ließen die Gäste liegen, trafen zum Beispiel trotz offener Würfe nur drei von 13 Dreierversuchen oder suchten den Erfolg mit gezwungenen Aktionen. So war der Vorsprung nicht so groß, wie er hätte sein müssen, als Courtney Belger mit der Halbzeitsirene zum 29:14 traf.

Wer im dritten Viertel das Aufbäumen der Gastgeber erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Eagles machten jetzt alles richtig, angefangen mit einer weiter bärenstarken Verteidigung. So kontrollierten sie auch den bisherigen Topscorer der Liga, Joey Ney, vollständig: Adrian Breitlauch klebte an ihm, der Rest des Teams war stets zur richtigen Zeit mit der Hilfe zur Stelle. Bilanz für Ney: null Punkte bei nur vier Wurfversuchen. In der Offensive nutzten die Eagles nun ihre Überlegenheit aus und vergrößerten den Vorsprung unter anderem durch zwei Dreier von Patrick Wischnewski sowie drei Treffer in Serie von Lester Ferguson bis auf 56:25 vor dem letzten Viertel. Da war mit Arved Schmidt bereits der erste Nachwuchsspieler der Eagles auf dem Feld und fügte sich sehr engagiert nahtlos in die starke Verteidigungsleistung ein.

Erst als im letzten Viertel Courtney Belger im Spielaufbau eine längere Pause bekam, wurde das Eagles-Spiel offensiv wie defensiv schwächer, allein Charles Bronson konnte sich noch unter dem Korb – allerdings mehrfach spektakulär – in Szene setzen. Doch die Partie war längst entschieden, Stahnsdorf konnte nur das Ergebnis erträglicher gestalten. So nutzte Elzie die Gelegenheit, auch Jonas Böhm und Leon Hutter aus dem eigenen Nachwuchs einzusetzen – Letzterer dürfte mit gerade 16 Jahren einer der jüngsten Zweitliga-Spieler überhaupt sein.

Eagles: Charles Bronson (16, 10 Rebounds), Courtney Belger (14, 6 Assists, drei Ballgewinne), Patrick Wischnewski (11, 3 Dreier), Lester Ferguson (7, 8 Rebounds), Adrian Breitlauch (7, 1 Dreier), Alexander Witte (6, 2 Dreier), Johannes Konradt (2), Levi Levine, Lars Kröger, Arved Schmidt, Jonas Böhm, Leon Hutter.

Mit vielen Sorgen nach Stahnsdorf

Es geht an den Berliner Rand. Bei RSV Eintracht Stahnsdorf bestreiten die Itzehoe Eagles das dritte Auswärtsspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Beginn ist am Sonnabend um 18.30 Uhr.

Die bisherigen beiden Partien „on the road“ haben die Eagles verloren, am vergangenen Wochenende setzte es mit dem 71:78 gegen die Artland Dragons die erste Heimniederlage. Die Mannschaft wolle das wieder gut machen, sagt Coach Pat Elzie, aber: „Natürlich wird es schwierig.“ Denn die Bedingungen, unter denen gearbeitet wird, sind in der Woche noch schlechter geworden. Curtis Allen fällt mit Verletzungen am Fußgelenk und an den Adduktoren mindestens bis Mitte November aus, Lester Ferguson plagt sich mit einem geschwollenen Knie, Alexander Witte mit einer Grippe, Einsatz in Stahnsdorf unklar. „Wir hatten keine richtige Chance, Fünf gegen Fünf zu trainieren“, sagt Elzie. Die Nachwuchsspieler halfen aus und werden auch in Stahnsdorf gebraucht, denn in jedem Fall werde der Kader dezimiert sein.

„Da müssen wir einfach durch“, sagt der Eagles-Trainer. Das verlorene Spiel gegen die Artland Dragons hat die Itzehoer auf den elften und damit vorletzten Platz zurückgeworfen mit zwei Siegen und drei Niederlagen. Dieselbe Bilanz hat die Eintracht – und die steht auf Platz sechs. Das Ziel der Eagles sei ein Sieg, doch auf sie warte „eine sehr starke Mannschaft“, so Elzie. In ihrem Kader haben die Stahnsdorfer nicht nur unter anderem sehr gute Amerikaner, sondern auch mit Shooting Guard Joey Ney den bisher besten Punktesammler der Liga. Deshalb und wegen der Probleme seiner eigenen Mannschaft stellt Elzie fest: „Die Stahnsdorfer sind klarer Favorit.“

Video zum Dragons-Spiel

Der große Kampf wurde am Ende nicht belohnt - dennoch lohnt sich das Video zum Spiel gegen die Artland Dragons.

Zu den bewegten Bildern geht es hier: Video

Zu viele Fehler gegen die Dragons

Gut 4,20 Meter ist sie vom Basketballkorb entfernt: die Freiwurflinie. Für die Itzehoe Eagles bleibt sie ein Problem, und das war einer der Gründe für die erste Heimniederlage in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Tabellenführer Artland Dragons siegte mit 78:71 (28:17, 21:19, 14:14, 15:21).

„Ein verdienter Sieg“, gratulierte Eagles-Coach Pat Elzie seinem Quakenbrücker Kollegen Dragan Dojcin. Doch die Enttäuschung war groß, denn die Niederlage hatten sich die Gastgeber selbst eingebrockt. „Wir haben das Spiel im ersten Viertel verloren“, sagte Elzie. Er ließ sein Team mit einer Zonenverteidigung starten, aber der Gegner fand die richtigen Mittel, spielte sich Distanzwürfe heraus und traf hervorragend, während die Eagles meist einen Schritt – oder auch mehrere – zu spät kamen. Zudem funktionierte in der Offensive zunächst nichts, so dass Courtney Belger erst nach fast vier Minuten mit einem Freiwurf zum 1:9 den ersten Punkt erzielte. Nun lief es besser bei den Itzehoern, allerdings bekamen sie in der Verteidigung Benjamin Fumey nicht in den Griff, der allein im ersten Viertel 14 seiner 23 Punkte machte.

Überhaupt dominierten die großen Spieler der Dragons unter dem Korb, während Eagles-Center Charles Bronson früh mit Foulproblemen zu kämpfen hatte und nie richtig ins Spiel kam. Deutlich erkennbar war auch die Schwächung im Spielaufbau durch die Verletzungen von Kosta Karamatskos und Curtis Allen. So kam Levi Levine, bei den Eagles vor allem als Trainer im Nachwuchsbereich aktiv, zu seinem Saisondebüt in der ProB.

49 Punkte erzielten die Dragons bis zur Pause, eindeutig zu viel, wie Elzie feststellte. Dennoch verteidigten die Eagles im zweiten Viertel schon etwas besser, vergaßen aber vorne das Punkten. Mit Freiwürfen hätten sie den Rückstand verkürzen können, vergaben jedoch eine Chance nach der anderen. Am Ende waren es 14 Treffer bei 30 Versuchen, eine furchtbare Quote. Hinzu kamen immer wieder Unkonzentriertheiten und Ballverluste, die den Dragons leichte Punkte ermöglichten. Fast 20 Punkte betrug der Abstand zwischenzeitlich, bevor Alexander Witte per Dreier mit der Halbzeitsirene den 36:49-Pausenstand herstellte.

Im dritten Viertel legten die Gastgeber in der Verteidigung weiter zu und lieferten einen großen Kampf. Doch weil die Probleme vorne blieben, brauchte es wieder einen Dreier in letzter Sekunde, dieses Mal von Johannes Konradt, um den Abstand bei 13 Punkten vor dem Schlussabschnitt zu halten.

In diesem passierte, womit viele nicht mehr gerechnet hatten: Es wurde dramatisch. Erst pirschten sich die Eagles auf unter zehn Punkte heran, nach einem Dreier von Patrick Wischnewski stand es plötzlich nur noch 59:65. Viereinhalb Minuten vor Schluss feuerten die Fans ihr Team nun stehend an, die große Gruppe aus Quakenbrück hielt dagegen – ein Höllenlärm am Lehmwohld. Und die Gastgeber machten weiter: Auch wenn sie noch viele Chancen, vor allem von der Dreierlinie, ausließen, kamen sie den Dragons durch Adrian Breitlauch, erneut der zuverlässigste Itzehoer, und Lester Ferguson immer näher. Dann traf Wischnewski erneut von außen, nur noch 66:67. „Sie haben Charakter gezeigt“, lobte Gästecoach Dojcin die Eagles.

Aber er analysierte auch treffend, warum es nicht reichte: Die Dragons dominierten im Rebound, in der Schlussphase hatten die Gastgeber nichts mehr entgegenzusetzen. Als Jungstar Isaiah Hartenstein (15 Punkte, 14 Rebounds) nach einem vergebenen Freiwurf den Rebound holte und zum 74:68 vollendete, war die Entscheidung gefallen. „Ziemlich enttäuscht“ fand Eagles-Coach Elzie noch etwas Positives: „Wir sind zurückgekommen gegen eine Spitzenmannschaft, die ich eigentlich dieses Jahr nicht auf dem Zettel hatte.“ Froh war er über die erneut große Unterstützung durch die Fans – „ich hoffe, dass wir sie beim nächsten Heimspiel wieder dafür belohnen können“.

Eagles: Adrian Breitlauch (14, 2 Dreier), Lester Ferguson (13), Courtney Belger (11), Alexander Witte (8, 2 Dreier), Johannes Konradt (7, 1 Dreier), Patrick Wischnewski (6, 2 Dreier), Levi Levine (6), Charles Bronson (4), Lars Kröger (2), Arved Schmidt, Jonas Böhm.

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