Großer Kampf reicht nicht

Sie kämpften, sie spielten durchaus gut – aber es reichte nicht für die Itzehoe Eagles. Bei den Artland Dragons verloren sie in der 2. Basketball-Bundesliga ProB am Reformationstag mit 77:87 (18:17, 19:25, 16:18, 24:27).

Mit einer taktischen Überraschung fingen die Eagles an: Sie liefen ohne gelernten Aufbauspieler auf, Kaimyn Pruitt übernahm diese Rolle. Der Plan ging auf, Nelson Kahler erzielte schnell die ersten vier Punkte für die Gäste, nach Pruitts Korbleger zum 10:2 und erst drei Minuten brauchten die Dragons eine Auszeit. Die Gastgeber stellten um auf Zonenverteidigung: Es habe Probleme in den direkten Duellen gegeben, erklärte Coach Florian Hartenstein hinterher. Nun hatten es die Itzehoer schwerer, zu guten Abschlüssen zu kommen, und es zeigte sich das Problem, das sie den Rest der Partie begleiten sollte – dasselbe Problem, das sich durch die Saison zieht: „Wir treffen nicht so, wie ich mir das vorstelle“, so Coach Pat Elzie. Hinzu kamen einige Probleme unter dem eigenen Korb, wo Lars Kröger schnell drei Fouls kassierte. Dennoch hielten die Eagles eine Ein-Punkt-Führung nach dem ersten Viertel.

Danach lagen zwar schnell die Dragons vorn, doch die Eagles konterten. Erik Nyberg traf, gerade von der Bank gekommen, einen Dreier, Josh Wilcher punktete mit einer seiner unnachahmlichen Aktionen zum Korb trotz eines Foulspiels und versenkte auch den Freiwurf: 26:24. Erst in der 15. Minute erzielte Pierre Bland, zentraler Akteur beim Tabellenzweiten aus Quakenbrück, von der Freiwurflinie seinen ersten Punkt, doch andere sprangen in die Bresche mit guter bis sehr guter Trefferquote, zudem hatten die Itzehoer ihre Probleme mit der Wucht von Andre Calvin (23 Punkte). Mit einem 37:42-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Wechsel waren die Eagles weiter gut im Spiel. Doch die Gastgeber trafen einfach besser: Am Ende hatten sie 52 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld verwertet, die Eagles nur 42 Prozent, wobei allein Kaimyn Pruitt und Fabio Galiano sicher abschlossen. Das Positivste hob Elzie hervor: „Ich bin stolz auf meine Jungs, wie sie sich präsentiert haben. Sie haben nicht aufgegeben – das war nicht immer so in dieser Saison.“

Mit ihrem Kampfgeist, für den auch 17 Offensivrebounds sprachen, verkürzten die Eagles im dritten Viertel einen Zehn-Punkte-Rückstand wieder auf fünf Zähler, 53:60 stand es vor dem Schlussabschnitt. Und erneut dasselbe Bild: Fehlwürfe gegen die Zone, ein zweistelliger Rückstand, der wieder bis auf 60:66 schrumpfte. Doch die nächsten Offensivaktionen gingen schief, die Dragons nutzten das sofort und entschieden die Partie. „Die bessere Mannschaft hat gewonnen“, stellte Elzie fest. Die volle Konzentration der Eagles gilt jetzt dem kommenden Heimspiel: Sonnabend um 19.30 Uhr geht es am Lehmwohld gegen das nächste Spitzenteam: SSV Lok Bernau.

Eagles: Kaimyn Pruitt (18, 9 Rebounds, 7 Assists), Josh Wilcher (17, 2 Dreier), Frederik Henningsen (15, 1 Dreier), Johannes Konradt (8, 2 Dreier), Nelson Kahler (6), Fabio Galiano (5), Nick Tienarend (3, 1 Dreier), Erik Nyberg (3, 1 Dreier), Lars Kröger (2), Joachim Feimann, Scotty Liedtke.