Klarer Auswärtssieg
Überlegen spielen und dann doch um den Sieg zittern – das kam nicht selten vor bei den Sport-Club Itzehoe Eagles. Nicht so in der Partie der 1. Basketball-Regionalliga beim EBC Rostock: Die Gäste nahmen durch ein sicheres 99:71 die Punkte mit und gewannen dabei alle Viertel: 23:19, 20:14, 23:20, 33:18.
Doch trotz des deutlichen Sieges war es „ein hartes Stück Arbeit“, sagte Eagles-Coach Paul Larysz. Diese Arbeit erledigte sein Team mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung glänzend: Es habe hervorragend gekämpft und während der gesamten 40 Minuten eine sehr gute Einstellung gezeigt.
Zum Beispiel Tomas Milinskas: Nachdem er verletzungsbedingt hatte kürzer treten müssen, wollte der Litauer unbedingt viel zeigen. Doch nach fünf Minuten hatte er schon drei Fouls begangen und musste lange auf der Bank sitzen. Wieder auf dem Feld, hielt er sich mit Aktionen zum Korb zurück, half dafür aber beim Aufräumen unter dem Korb: elf Rebounds.
Oder Thorben Haake: Der Aufbauspieler habe sehr gut Tempo gemacht, lobte der Trainer. Aber auch er geriet in Foulprobleme, hatte zur Halbzeit schon vier. Dennoch nahm er sich nicht zurück, um länger auf dem Feld stehen zu können, sondern gab weiter Vollgas – bis zum Ausscheiden mit dem fünften Foul. Gleiches galt für Robert Daugs, ebenfalls schon zur Pause mit vier Fouls belastet. Er vermied das fünfte Foul, was aber nicht an mangelndem Einsatz lag. Auch das meinte Larysz mit dem Prädikat „mannschaftsdienlich“, das er allen Akteuren verlieh. Einzig Tyrone Lewis stand fast 37 der 40 Minuten auf dem Feld, der Rest kam auf 12 bis 25 Minuten. Dabei bekamen auch Andrej König und Johannes Weißbach wieder mehr Einsatzzeit, die sie besonders mit sehr engagierter Verteidigung nutzten. „Wir lernen immer mehr, unsere lange Bank auszuspielen“, freute sich der Trainer.
Und nicht nur das: Die Balance zwischen den Korbaktionen von außen – inklusive sehr guter 50-prozentiger Dreierquote – und Würfen am Brett stimmte. 46 Punkte im Innenspiel, da hatte Larysz nichts zu beanstanden. Einen großen Anteil daran hatte Vilius Sumskis mit einem erneut guten Spiel: „Er wird immer stabiler.“ Wackelig zeigte der Litauer sich nur von der Freiwurflinie – knapp 60 Prozent für das Team waren am Ende zu wenig für einen dreistelligen Erfolg. Dennoch war die Führung deutlich genug. Und die Gäste ließen die Zügel nicht schleifen, sondern machten weiter bis zum deutlichen Sieg. Rostock war mit den Kräften am Ende: „Im vierten Viertel konnten sie nicht mehr“, sagte Larysz.
Sein Team werde immer stabiler und variabler in der Verteidigung, stellte er fest. „Das stimmt optimistisch für die heiße Phase, die jetzt mit dem Spiel gegen Göttingen anfängt.“ Drei Auswärtspartien haben die Eagles noch zu absolvieren, dem stehen aber sechs Heimauftritte gegenüber. Die größte Gefahr sei, nach drei Siegen in diesem Jahr zufrieden und faul zu werden, sagte Larysz. Denn die Aufgaben würden immer schwerer, die Gegner immer motivierter. Die Voraussetzungen für einen Spitzenplatz sind aber am Wochenende noch deutlich besser geworden: Konkurrent Stade verlor in Göttingen. Jeder habe gewusst, dass diese Vorlage nicht leichtfertig vergeben werden durfte, so Larysz. Sein Team sei die Aufgabe in Rostock ehrgeizig und ernsthaft angegangen – „Kompliment!“
SCI Eagles: Tyrone Lewis (30, 3 Dreier), Vilius Sumskis (21, 12 Rebounds), Moritz Peiseler (15, 3 Dreier), Thorben Haake (8), Robert Daugs (8, 2 Dreier), Andrej König (5), Johannes Weißbach (4), Tomas Milinskas (4, 11 Rebounds), Florian Reiter (4), Felix Jehnichen.
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