In letzter Sekunde verloren

Feb 05 2012

Bittere Pleite für die SCI Eagles gegen Madeburg: 97:98.
Am Ende jubelten die Adler. Aber es waren die falschen: Die Sport-Club Itzehoe Eagles haben in der 1. Basketball-Regionalliga gegen die BG Febro Eagles Magdeburg einen herben Rückschlag im Kampf um den zweiten Platz erlitten. Die Gäste trafen in allerletzter Sekunde zum 98:97-Sieg.
Die Itzehoer erwischten in reichlich kühler Halle einen Kaltstart. Vorne punktete anfangs nur Vilius Sumskis, dafür hatte er hinten große Probleme mit dem Magdeburger Felix Neumann: Dieser traf mehrfach und brachte seine Farben in Führung. Bald kümmerte sich Robert Daugs um ihn, dennoch spielte der beste Werfer der Gäste weiter stark, am Ende hatte er 30 Punkte auf dem Konto. Der Rückstand der Gastgeber wuchs bis auf 7:15. Ein Grund dafür: Gegen die Zonenverteidigung der Magdeburger saß kein Drei-Punkte-Wurf. Doch nach und nach kamen die Itzehoer auch dank der Einwechslung von Thorben Haake und Andrej König besser ins Spiel und mit kleinen Schritten heran. Als Tyrone Lewis direkt vor der Viertelpause endlich den ersten Dreier versenkte, stand es nur noch 18:19.
Jetzt wurde die SCI-Defensive besser, aggressiver und aufmerksamer, das wirkte sich auch vorne aus. Tomas Milinskas holte mit dem Korb zum 22:21 die Führung, Lewis und Haake bauten sie mit Dreiern aus. Dann der absolute Höhepunkt der Partie zum 32:26: Haake spielte im Schnellangriff einen weiten und hohen Pass – wohin eigentlich? Antwort: zu Lewis. Der 1,80 Meter große Amerikaner stand förmlich in der Luft, fing den Ball einhändig in enormer Höhe und donnerte ihn zum Alley-Oop in den Korb. Die Halle tobte, selbst der Trainer fassungslos: „Das wäre in der NBA in den Top Ten gewesen“, sagte Paul Larysz. Sehr gut ging es weiter: Dimi Basylev und Lewis mit je zwei Dreiern bauten die Führung zum 54:44-Halbzeitstand aus. Das zweite Viertel gewannen die Gastgeber 36:25.
Bis zum 70:55 durch Milinskas wuchs die Führung im dritten Abschnitt. Dann aber kamen die Eagles-Punkte nicht mehr so reichlich, auch wegen einiger Probleme im Spielaufbau und unnötiger Ballverluste. So fielen die Löcher in der Defensive, die sich immer wieder auftaten, mehr ins Gewicht. Zu oft durften die Magdeburger einfache Punkte erzielen. Mit einem 25:20 im dritten Viertel verkürzten sie auf 69:74 und erzielten auch die ersten sieben Punkte im Schlussabschnitt. Plötzlich führten die Gäste wieder. Doch die Itzehoer schlugen zurück, es kam zum Herzschlagfinale. Mal lagen sie selbst mit einem Punkt vorn, dann wieder die Ostdeutschen. Tyrone Lewis übernahm mehrfach die Verantwortung und brachte sein Team von der Freiwurflinie in Führung: 97:96, noch knapp 18 Sekunden. In der Verteidigung klebten Lewis und Haake an den Amerikanern der Gäste, doch Brandon Shingles wurschtelte sich zum Wurf. Treffer, Aus.
Den normalen Vorteil einer Heimmannschaft habe sein Team am Ende nicht gehabt, kommentierte Larysz. Beispiele: ein nicht gepfiffenes Foul an Milinskas nach einem wichtigen Offensivrebound und der letzte Wurf. „Nach meinem Gefühl war der sehr, sehr spät.“ Aber der Coach wusste auch: „Das Spiel durfte nicht knapp werden.“ Eine unterdurchschnittliche Defensivleistung, zu verhaltene Reboundarbeit in der zweiten Halbzeit, Ballverluste – so kam die Niederlage zustande.
Und die ist mehr als schmerzhaft im Ringen um den Aufstieg. Stade ist im Kampf um Platz zwei wieder im Vorteil, zudem zählt im Vergleich mit den Zweiten der anderen Regionalligen jede Niederlage. Dann gilt es zu hoffen, dass wie in den Vorjahren der Vizetitel zum Sprung in die 2. Bundesliga Pro B reicht. Weitere Pleiten sind deshalb nicht mehr erlaubt, und die beiden Spitzenteams kommen noch an den Lehmwohld. Larysz zeigte sich kämpferisch: „In jeder Niederlage steckt der Keim für den nächsten Sieg, wenn man es richtig angeht.“
SCI Eagles: Tyrone Lewis (32, 4 Dreier), Vilius Sumskis (18), Tomas Milinskas (10), Thorben Haake (9), Dimi Basylev (8), Andrej König (6), Moritz Peiseler (6, 1 Dreier), Johannes Weißbach (3), Florian Reiter (3), Robert Daugs (2).

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