2. Liga in Itzehoe ist möglich

Feb 17 2012

Chance auf 2. Liga? Ein Interview mit Teammanager Thomas Sindelar.

Es ist längst nicht das letzte Saisonspiel, aber für die Sport-Club Itzehoe Eagles ist es in der 1. Basketball-Regionalliga dennoch eine Art Finale: Sonnabend, 18. Februar, erwarten sie um 19.30 Uhr im Sportzentrum am Lehmwohld den VfL Stade. Die punktgleichen Teams kämpfen um Platz zwei, der möglicherweise zum Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro B berechtigt. Zum bisherigen Saisonverlauf und den Aussichten der Eagles äußert sich im Interview Teammanager Thomas Sindelar.

Wie gefällt Ihnen die Saison bisher?
Sindelar: Ich bin sehr zufrieden. Nicht nur sportlich läuft es zurzeit rund, sondern auch im Umfeld. Es gibt viele Helfer um das Team herum, denen auch ein Teil des Erfolges gehört. Ich glaube, dass wir die stärkste Mannschaft der letzten Jahre haben. Mit unseren ausländischen Akteuren haben wir nicht nur sehr spielstarke Spieler verpflichten können, sondern auch Spieler, die menschlich super ins Team passen. Hier hat sich wieder einmal das hervorragende Scouting unseres Trainers Paul Larysz bezahlt gemacht. Sie fühlen sich hier richtig wohl, es besteht sogar Hoffnung, dass erstmals der eine oder andere eine weitere Saison in Itzehoe bleiben möchte. Bei den deutschen Spielern zahlt es sich aus, dass wir den Stamm erhalten konnten und uns nur partiell auf den richtigen Positionen verstärkt haben. Die Mannschaft ist ein „eingeschworener Haufen“ – ich glaube, dass dies der Schlüssel zum Erfolg in diesem Jahr ist.

Was soll am Ende herauskommen?
Das Ziel ist nach wie vor der Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga. Der direkte Aufstieg wird kaum mehr möglich sein, dazu ist Oldenburg zu stark. Hier sieht man, was eine sehr gute Infrastruktur mit Basketballakademie, erfolgreicher Mannschaft in der 1. Bundesliga sowie Bundeligamannschaften im Jugendbereich sowie gute finanzielle Rahmenbedingungen ausmachen. Da können wir bei weitem nicht mithalten, um so stolzer macht es mich, was wir mit unseren überschaubaren Mitteln Jahr für Jahr erreichen.
Um die Chance für einen Aufstieg als Zweiter zu erhalten, muss eine Mannschaft aus den höheren Ligen nach Meldeschluss im Mai in den Nordbereich zurückziehen. Dann hätte der Zweite die Möglichkeit, den freien Platz in der 2. Bundesliga einzunehmen. Klingt unwahrscheinlich, ist in der Vergangenheit aber bereits mehrfach vorgekommen. Leider wurde die Regel „bester Zweiter“ abgeschafft, hier wären die Chancen für den Aufstieg noch höher gewesen.
Wir haben eine ausgesprochen gute Ausgangslage: Die Top-Spiele gegen Stade und Oldenburg haben wir zu Hause. Beide Spiele können wir gewinnen, obwohl wir gegen Oldenburg nur Außenseiter sind. Aber Zuhause mit unseren fantastischen Zuschauern ist alles möglich.

Stade – das weckt Erinnerungen…
Im Jahr des Aufstiegs in die 1. Regionalliga haben wir mit Stade um die Meisterschaft gekämpft. In einem denkwürdigen Spiel in einer restlos ausverkauften „Lehmwohldhölle“ mit rund 800 Zuschauern haben wir eines der besten Spiele der Saison gezeigt und den Aufstieg perfekt gemacht. Ich hätte nichts dagegen, wenn es dieses Jahr genauso laufen würde.

Ist 2. Bundesliga in Itzehoe vorstellbar?
Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Allerdings müssen auch die Rahmenbedingungen passen. Die Spielhalle ist nach Tribünenumbau und der Verlegung der Korbanlage – beides will die Stadt in den Sommerferien angehen – bundesligatauglich. Mit Stuhlreihen und Bänken am Spielfeldrand kann die Kapazität auf ca. 750 Zuschauer erweitert werden. Der Rahmen unter anderem mit Hallensprecher, Pausenshows, Catering, Hallenzeitung ist jetzt schon zweitligatauglich. Wir haben seit Jahren die Unterstützung unseres Hauptvereins SC Itzehoe. Es müssen rechtzeitig Gespräche mit den Sponsoren stattfinden, inwieweit diese das Abenteuer 2. Bundesliga mitgehen werden. Weiterhin müssen neue Sponsoren akquiriert werden, da die Kosten der Mannschaft ausschließlich aus diesen Mitteln bestritten werden und nicht, wie viele glauben, vom Hauptverein getragen werden.

Und die Mannschaft?
Der diesjährige Kader hat die Qualität, im unteren Bereich der 2. Bundesliga mitzuspielen. Die meisten Spieler werden auch im nächsten Jahr für die Eagles auflaufen, so dass wir nur sehr wenige Neue integrieren müssen. Wenn es uns gelingt, unsere ausländischen Spieler zu halten, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir auch in der 2. Bundesliga mitspielen können.

Das Umfeld arbeitet ehrenamtlich. Funktioniert das dann noch?
In Itzehoe kann es nur ehrenamtlich gehen, da wir gar keine finanziellen Mittel für die ganzen Tätigkeiten haben. Wir haben das große Glück, dass wir viele Engagierte haben, die uns unterstützen, allen voran Abteilungsleiterin Martina Iversen. Sie verdienen ein ganz dickes Dankeschön. An diesen Aufgaben wird sich eine Liga höher nichts ändern.

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